Archiv für den Monat Mai 2014

„Hollywood trifft Landwirtschaft“ – Über Stalleinbrüche & Skandalvideos

Gastbeitrag von Sebastian E. Jäger
Agrarwissenschaftler an der Humboldt Universität Berlin
Sebastian twittert unter: https://twitter.com/Lederstrumpf_

Blick in einen modernen Schweinemaststall

Blick in den modernen Schweinemaststall der Seegers Foto: Schleeh

Die Landwirtschaft ist dabei sich zu öffnen, ob beim Tag des offenen Hofes, mit eigener Homepage im Internet oder via Facebook und Twitter. Zeit, über ein Thema zu schreiben, welches für Landwirte nicht so erfreulich ist – Stalleinbrüche.

Wir kennen sie alle, die Schockbilder aus den Tierställen, die in Fernsehreportagen zu sehen sind, auf Aktivisten-Seiten im Internet oder in Fußgängerzonen von Spendensammlern herumgereicht werden.

Aber wie ist eigentlich die Geschichte hinter diesen Bildern? Wie kommen sie zustande? Weiterlesen

Apps und Smartphones in der Landwirtschaft – Das Büro in der Hosentasche

iPhone Vorstellung der T-Mobile November 2007 Foto: Schleeh

iPhone Vorstellung der T-Mobile November 2007 Foto: Schleeh

Der Siegeszug der Smartphones

Angefangen hat es mit dem ersten iPhone 2007. Apple hat damit nicht nur das Bedienkonzept des Mobiltelefons revolutioniert, sondern mit dem App-Store auch die Plattform für eine unübersehbare Anzahl von Anwendungen für diese Geräte geschaffen. Weiterlesen

Krisenfall – Die Presse steht für der Tür! Was tun?

Presse

Die Kamera vor der Nase
Foto: Schleeh

Das kann jedem Unternehmer und Landwirt passieren. Plötzlich steht ein Fernsehteam oder ein Pressevertreter vor der Tür und stellt Fragen zu einem Problem, das im Betrieb aufgetreten ist. Was tut man in so einem Moment? Was sagt man zu den Presseleuten? Wie fühlt man sich in so einem Fall? Das wollen wir in unserer Livesendung von zwei Unternehmerinnen erfahren, die genau das in Ihren Betrieben schon erlebt haben.

Sandra Schröder in der Livesendung von Bloggercamp.tv auf der re:publica 2014

Sandra Schröder in der Livesendung von Bloggercamp.tv auf der re:publica 2014 Foto: Gunnar Sohn

Sandra SchröderJournalistin, Bloggerin, Kauffrau und Metzgerstochter, hatte einen Fall in Ihrem elterlichen Betrieb. In einer Schule, die von der Catering Abteilung der elterlichen Metzgerei beliefert wurde, gab es mehrere Kranke aufgrund von EHEC-Bakterien. Der Fall führet 2011 zur Schließung des Betriebes. Die Behörden waren keine große Hilfe und so nahm Sandra Schröder den Fall selbst in die Hand. Aufgefallen ist mir Sandra auf der re:publica, als sie bei unserer Livesendung als Einzige direkt in die Kamera blickte. Das machen nur erfahrene Fernsehleute. 

Blick in einen modernen Schweinemaststall

Blick in den modernen Schweinemaststall der Seegers Foto: Schleeh

Kathrin Seeger züchtet und mästet zusammen mit ihrem Mann Peter Schweine in Hessen. An insgesamt fünf Standorten haben die Seegers moderne Schweinemastställe. In einen dieser Standorte wurde eingebrochen. Die Einbrecher haben dann den Stall unter Wasser gesetzt und eine gestellte Szene gefilmt. Nach der Aussendung hat sich die Presse sehr für den Hof der Seegers interessiert.

Wer mit diskutieren oder Fragen stellen möchte kann dies über die Frage & Antwort Funktion auf Google Plus oder auf Twitter unter dem Hashtag #bloggercamp tun.

Rumäniens bedrängte Kofferraum-Marktwirtschaft

In Rumänien eine bedrohte Form, weil nicht EU-Richtlinien entsprechend. In Deutschland von den Verbrauchern erträumt aber nicht umsetzbar aus den selben Gründen.

Adi's Agro-Blog

Schweinemarkt HodacNochmal ein kurzer Ausflug nach Rumänien und in die Marktwirtschaft, vor allem die am Strassenrand. Hier reicht als Laden ein Kofferraum, eine Ladefläche oder eine (soeben zum Abtransport verladene) Kiste, wie hier auf dem Bild vom Markt im siebenbürgischen Hodac, wo ein paar Ferkel angeboten werden.
Märit HodacViel zum Einsatz kommen auch schlichte Lieferwagen, aus deren Tiefe dann Getreide aller Art, Mehl oder andere Ware en gros angeboten werden.
KäsemarktManchmal braucht es auch nur ein Tischen mit einer Waage und einem Käse, wie dieses Bild, ebenfalls aus Hodac, zeigt.
On the roadDaneben gibt es unzählige einfache Verkaufsstellen am Strassenrand. Etwa hier, wo Wein, Früchte und Gemüse im Sortiment sind. Ich vermute, dass dies hier anders auf dem Markt, wo Abgaben zu bezahlen sind, sehr informell läuft, allenfalls, wird man dem Eigentümer des Grundstücks einen Batzen in die Hand drücken…
Honig…oder im Falle dieser Verkäuferin, die auf dem freien Feld aus dem Wohnwagen Honig verkauft, ein Glas für den lokalen Polizisten bereithalten.
Angst2Nur damit jetzt nicht der Eindruck…

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Wenn „Bio“ nicht mehr gut genug ist

Rainer Winter hat sich mit der Entfremdung der Bevölkerung von der Landwirtschaft befasst. Diesen Artikel sollte jeder Journalist lesen, bevor er die Recherche zu diesm komplexen Thema aufnimmt.

Winter bloggt

Vegan ist „in“ – die Medien berichten über vegane Ernährung rauf und runter. Viele Facebook-Seiten, auf denen Veganismus kritisiert wird oder es um Würste und Fleisch geht, werden mit einem Shitstorm empörter Veganer überzogen.

Als Gründe, weshalb mehr und mehr Menschen den Fleischkonsum verweigern, werden oft Tierschutzethik und Fleischskandale genannt und die „Massentierhaltung in der Agrarindustrie“ dafür verantwortlich gemacht. Biobauern unter den Tierhaltern wurden bislang nicht damit in Verbindung gebracht. (Ich erspare uns vorerst in diesem Beitrag, auf die Unterschiede zwischen Bio und konventioneller Haltung einzugehen. Schwarz-Weiß-Denken aufzubrechen ist aufwändig. Wird später nachgeholt.)

Im Frühjahr 2014 hat sich der Derik Meinköhn, Grafiker beim Magazin Stern, über 60 Tage lang vegan ernährt – und will schließlich Veganer bleiben. Mit welcher Logik er zu diesem Schluss kommt, zeigt beeindruckend, wie rational die Diskussion um Ernährung geführt wird…

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Stellenwert der Agrarwirtschaft für die Volkswirtschaft #Bloggercamp.tv

Gunnar Sohn über die falsche Verklärung der landwirtschaftlichen Vergangenheit

Ich sag mal

Landidylle in den 1960er Jahren Landidylle in den 1960er Jahren

War früher alles besser, wenn es um die Versorgung mit Lebensmitteln geht? Können wir in einer Volkswirtschaft mit 80 Millionen Menschen zurück zur Natur? Was ist oder war überhaupt natürlich? Weizen ist kein natürliches Nahrungsmittel des Homo sapiens. Weizenkörner sind durch künstliche Selektion genetisch veränderter Grassamen entstanden. Kuhmilch gehört keineswegs auf unseren natürlichen Speiseplan. Auch Mais oder Blumenkohl kommen in der Natur so nicht vor, sondern wurden vom Menschen entwickelt. Ganz zu schweigen vom Käse, einer frühen Ausgeburt bakterieller Lebensmitteltechnik.

Weder waren die früheren Formen der Tierhaltung grundsätzlich humaner, noch waren die produzierten Nahrungsmittel gesünder als heutige. Die Gefahr von Erkrankungen und Vergiftungen durch Nahrungsmittel ist dank moderner Hygiene und Konservierungsstoffe drastisch zurückgegangen. Magenkrebs wird immer seltener, weil moderne Frischhalteverfahren die alten und gesundheitlich bedenklichen Verfahren wie Räuchern oder Pökeln zurückgedrängt haben. Plastikversiegelung, Tiefkühltruhe und Kühlschrank mögen unsere Nahrungsmittel “entfremden”, sie sind aber ein Segen…

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