„Superkühe“ – Fazit

Die Zeit der täglichen Berichte von den drei Höfen des WDR-Projekts „Superkühe“ geht zu Ende.

In nachfolgenden Videos ziehen die Beteiligten Landwirte Andreas Driller, Thomas Höck und Judith Siebers Bilanz:

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Keine Privatsphäre für Kühe

Um die Privatsphäre der Milchkuh steht es schlecht. Während wir Menschen unsere Körper erst seit wenigen Jahren mit Hilfe von Smartphones und Smartwatches beobachten und analysieren können, ist das bei Kühen schon seit 20-30 Jahren normal. Solltet Ihr mal die Gelegenheit haben und einen Milchviehstall besuchen, werdet Ihr das sehen: die Kühe tragen alle Halsbänder, an denen sogenannte Transponder befestigt sind – das ist der digitale Personal-Ausweis der Kuh, den sie braucht, um sich ihre Portion Kraftfutter zu holen.

Die Transponder fungieren aber nicht nur als Eintrittskarte. Es gibt Systeme, die die Tiere permanent beobachten und Bewegungsdaten sammeln. Je mehr Daten über jedes einzelne Tier gesammelt werden, desto früher kann der Landwirt Unregelmäßigkeiten erkennen. Bewegt sich eine Kuh deutlich weniger als sonst, kann das zum Beispiel ein Hinweis auf Klauen-Probleme sein. Dann muss der Klauenpfleger mal wieder vorbeischauen. Ist es etwas Ernsteres, kommt natürlich der Tierarzt. Auf diese Weise lässt sich aber auch die Paarungsbereitschaft der Kühe frühzeitig erkennen – durch eine erhöhte Aktivität des Tieres. Das Sammeln der Bewegungsdaten unterstützt den Landwirt also bei der frühzeitigen Entdeckung, ersetzt aber keine echte Tierbeobachtung wie im Merkblatt „Das Tier im Blick – Milchkühe“ beschrieben. Weiterlesen

Superkuh-Betrieb 3: Oyvernest Milch in Kleve

Judith Siebers öffnet ihren Stall mit rund 800 Kühen. Foto: LZ Rheinland/Närmann-Bockholt

Am Online-Medienprojekt des WDR „Superkühe“ nehmen insgesamt drei Betriebe teil.

Mit rund 750 Kühen ist die Oyvernest Milch in Kleve der größte davon. Der Großbetrieb wird von Judith Siebers geleitet, die eigentlich keine großen Chancen für ihren Betrieb an der Teilnahme sieht – aber die große Herausforderung.

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Superkuh-Betrieb Nr. 2: Bauernhof Höck aus Lohmar

Foto: Höck

Der Bauernhof Höck in Lohmar bietet seit 2017 frische Weidemilch zum Selberzapfen an. (Foto: Höck)

Und weiter geht es mit der Vorstellung der Teilnehmer am Projekt Superkühe des WDR.

Auf dem Bauerhof Höck stehen 120 Kühe im Stall und auf der Weide und nochmals soviele Kälber und Färsen. Die eigene Homepage www.bauernhofhoeck.de und eine Facebook-Seite unterstützen nicht nur die Vermarktung der Milch über eine Milchtankstelle, sondern dort erzählen Bilder von der Arbeit Geschichten vom Betrieb. Wir stellten wieder unsere drei Fragen, Chefin Marlis Höck hat geantwortet: Weiterlesen

Landwirtschaft „aus dem Bauch“ heraus erleben: Die Superkühe kommen

Am 4. September startet http://superkuehe.wdr.de

Dokus über die Landwirtschaft und die Situation auf den Höfen gibt es im Fernsehen satt. Der WDR startet am 4. September ein neues journalistisches Format –  „Sensorjournalismus“ – um die Milcherzeugung aus einer völlig anderen Perspektive zu beleuchten. Aus dem Bauch von drei Kühen heraus werden drei Höfe dreißig Tage lang die Zuschauer online über ihren Zustand „berichten“, – und nebenbei Thema in vielen anderen WDR-Sendungen sein.

Die Superkühe haben eine Sonde, einen sogenannten „Bolus“ der Firma SmaxTec geschluckt, der vom Pansen aus Daten sammelt und diese an ein computergesteuertes Monitoringsystem funkt. Aus diesen Daten will Wissenschaftsjournalist Dr. Jakob Vicari Textbausteine formulieren, und die Kuh über einen Chatbot zu Wort kommen lassen. Mit Technik aus dem Internet-of-Things kann eine Kuh dann Textbotschaften über ihren physischen Zustand senden. Weiterlesen

„Die Turbo-Kuh ist ein Phantom“

Dr. Stefan Rensing ist Mitarbeiter der vit – Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V., Verden. Wir sprachen mit ihm über Zuchtziele der Milchviehhaltung.

In der öffentlichen Debatte steht die kurze Nutzungsdauer der Milchkühe in der Kritik. Ist das eine Frage des Managements, der Züchtung oder beides?

Dr. Stefan Rensing: Was ist denn eine kurze oder lange Nutzungsdauer? Und wer legt die Werte fest? Die tatsächliche Nutzungsdauer nimmt entgegen der öffentlichen Wahrnehmung zu. Das zeigen unsere statistischen Daten. Im Übrigen gibt es für Zuchtziele nur zwei Maßstäbe: ökonomische Vorgaben und gesetzliche Regelungen. Entscheidend für die Gewichtung im Zuchtziel ist das Verhältnis der Grenzgewinne bei züchterischer Verbesserung der verschiedenen Merkmale unter durchschnittlichen Betriebsbedingungen. Weiterlesen

Mensch und Kuh – eine gute Beziehung

Foto: DLG

Das DLG-Merkblatt 381 „Das Tier im Blick“ mit dem Fokus auf Milchkühe ist ein Leitfaden, mit dessen Hilfe und einer präzisen Tierbeobachtung Tierhalter herausfinden können, ob ihre Tiere mit den Gegebenheiten ihres Umfeldes zurechtkommen. Natürlich definiert sich eine tiergerechte Tierhaltung am Tier. Milchkühe brauchen weiche Liegeflächen, auf denen sie sich gerne ausruhen und entspannt wiederkäuen können. Sie brauchen nicht nur hochwertiges Futter, sondern auch Rationen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Bei all diesen stallbaulichen Faktoren und Aspekten der täglichen Routine bei der Versorgung sollten aber nicht die Tierhalter selbst vergessen werden. Schließlich kommt ihnen die Aufgabe des Beobachtens und Erkennens von Problemen zu.

Grundsätzlich lässt es sich nicht völlig vermeiden, dass Tiere krank werden oder Probleme haben. Finde ich zum Beispiel mehrere Kühe mit geschwollenen Gelenken oder Hautabschürfungen, gibt es vielleicht ein Problem mit der Ausgestaltung der Liegeflächen. Anderes Beispiel: frische Luft ist wichtig, bei Zugluft können Tiere aber erkranken. Joep Driessen, Tierarzt und Milchvieh-Berater (Cow Signals) aus Holland hat dazu für Milchkühe folgende Aufstellung gemacht: Weiterlesen