Archiv der Kategorie: Agrar-Blogger

Was Medien besser machen könnten

Rotes Quadrat. Malerischer Realismus einer Bäuerin in zwei Dimensionen, 1915. Kasimir Malewitsch

Ein öffentlicher Facebook-Post von Christina Annelies, der das Verhältnis der Medien zur Landwirtschaft – speziell Tierhaltung – beleuchtet, spricht einige interessante Punkte an. Die Autorin hat uns erlaubt, ihren Beitrag auch hier zu veröffentlichen:

Ich nehme unseren Medien ihre Berichterstattung über angebliche Missstände in der Nutztierhaltung übel. So sehr, dass mir mein Vertrauen abhanden kommt. Nicht nur in die landwirtschaftliche Berichterstattung, sondern grundsätzlich. Weiß ich, wie oberflächlich die Recherche war zu einem Thema, wie voreingenommen der Autor an die Arbeit gegangen ist und mehr Meinung hat einfließen lassen als überprüfte Fakten? Weiterlesen

Interview mit „Manni Muh“

„Manni Muh“ erschien auf Facebook als der Fuchs aus Walt Disneys Robin Hood

Er war der bunte Fuchs unter den auf Facebook aktiven Agrarbloggern, und seine Themen oder Aktionen fanden hohe Aufmerksamkeit im Netz wie in den Agrarmedien. Vor einigen Wochen schaltete er seine Facebook-Seite ab. Ich hatte da noch einige Fragen an ihn:

Wie bist du auf die Idee zu „Manni Muh“ gekommen? 

Manni: Eigentlich war es die mehr als schwierige finanzielle Situation zu dieser Zeit. Vor eineinhalb Jahren waren die Tendenzen am Milchmarkt sehr beängstigend.

Zudem wurde die Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit schlechter. Das Ganze befeuert, teils von NGOs oder einzelnen Politikern, bei denen es durchaus fragwürdige Kenntnisse über die Landwirtschaft gab.

Das Ganze dann als Manni Muh zu starten, war dann eher eine Schnapsidee, und ich war versucht, das ganze schon nach zwei Tagen wieder zu beenden. Hat bekanntlich ein wenig länger gedauert😉

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Weide oder Stall? Was mag die Kuh lieber?

MyKuhTube-Landwirt Amos Venema zeigt auf seinem Betrieb in Ostfriesland, wo seine Kühe sich lieber aufhalten: Die Tiere verhalten sich nicht so eindeutig wie manche es glauben zu wissen, wo die Tiere besser hingehören.

Ein Plädoyer für eine weniger schwarz-weiße Sichtweise zum Thema Weidehaltung – auch wenn es im Beispiel schwarz-weiße Kühe sind:

Die unheimliche Begegnung der 4. Art

Fotos: coralimages - Fotolia, Winter

Fotos: coralimages – Fotolia, Winter

Prolog
Kinder kennen heute mehr verschiedene Aliens, statt zu wissen, welche Lebewesen auf Feld und Flur ihr Unwesen treiben. Und das hat seinen Preis. Seit Landwirte und Städter Soziale Medien nutzen, blitzt und kracht es zwischen den verschiedenen „Welten“: Wusste vor einiger Zeit die eine Gruppe nicht viel, was die andere über sie denkt, so diskutieren heute beide Gruppen online. Wer Sozialen Medien vorwirft, sie würden die Menschen in Filterblasen mit Gleichgesinnten einkesseln, übersieht, dass diese Medien auch genau das Gegenteil davon tun: Sie bringen unterschiedliche Menschen zusammen, die bisher kaum miteinander kommuniziert hatten.

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Jahresgedanken

Amos Venema

Amos Venema, Milcherzeuger aus Jemgum

von Amos Venema

Liebe Verbraucher, Politiker, Freunde und Familie, wir alle sehnen uns nach der ruhigen und beschaulichen Weihnachtszeit, wie wir sie aus unseren Kindheitserinnerungen kennen.
Trotzdem möchte ich die Zeit nutzen und mit Euch ein paar Gedanken teilen, die immer wieder zur Sprache kommen. Weiterlesen

„Im persönlichen Gespräch haben Sie mehr Respekt voreinander“

Jan Grossarth, Wirtschaftsredakteur der Franfurter Allgemeinen Zeitung, Foto: Frank Röth

Jan Grossarth, Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Foto: Frank Röth

Immer mehr Landwirte und Landwirtinnen vernetzen sich im Internet mit Gleichgesinnten, z.B. auf Facebook oder Twitter untereinander, kommunizieren mit Verbrauchern auf ihren Facebook-Seiten und wollen so eine Diskussion mit der Gesellschaft führen. Wir sprachen mit Jan Grossarth, Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, über die Risiken und Nebenwirkungen von Online-Diskussionen auf den kommunikativen Umgang miteinander.

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Nicht nur Wortklaubereien

Dass Landwirte und Verbraucher nicht immer mit einem Wort dasselbe meinen, ist die Ursache vieler Missverständnisse und Streitigkeiten zwischen beiden.
„Bauer Willi“ hat daher diese Woche begonnen, ein Wörterbuch zu erstellen. Die Diskussion der Leserschar zeigt, dass es aber noch viel mehr Begriffe gibt, die eine Kommunikation der beiden Gruppen erschweren.

Auch die ungenaue Definition des Begriffs „Natur“ macht es heute gerade für die moderne Landwirtschaft schwer, in der Gesellschaft akzeptiert zu werden, meint Klaus Alfs in seinem Beitrag „Das Stellvertretersyndrom“ bei agrarmanager online.
„Aus Sicht der modernen Naturwissenschaften ist die Rede von einer „natürlichen Landwirtschaft“ streng genommen sinnlos. Landwirtschaft kann die physikalischen, chemischen und biologischen Naturgesetze in keiner Weise außer Kraft setzen, ist also stets natürlich und niemals künstlich. […] Sobald die Bürger „Natur“ hören, denken sie an Wiesen und Wälder, an Bambi und Schweinchen Babe. […] Nicht die Natürlichkeit der Landwirtschaft sollte hervorgehoben werden, sondern deren Künstlichkeit, und zwar im Sinne von Kunstfertigkeit.“