Vom Mähen, Zetten und Schwaden


Foto: berggeist007  / pixelio.de

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In diesen Wochen herrscht Hochbetrieb in landwirtschaftlichen Betrieben, die Grünland bewirtschaften: Jetzt wird das Gras siliert oder zu Heu getrocknet. Welche Maschinen sind heute dabei im Einsatz? Wie war es früher? Dank YouTube findet man Videos zur Grünlandtechnik von früher bis heute – oft selbst gedreht von Landwirten.

Das Mähen
Die Sense wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts vom Pferd gezogenen Balkenmäher und später von der am Traktor seitlich angebauten Variante abgelöst. Diese Mähtechnik war für viele Betriebe die Erlösung von der schweren Handarbeit. Zwar schon 1833 von Cyrus McCormick in den USA erfunden und patentiert, verbreitete sich die gezogene Gespannmähmaschine mit Mähbalken erst um 1900 auf Bauernhöfen in Europa. 1920 entstanden die ersten einachsigen Motormäher, 1925 kam mit der Zapfwelle die gezogene Anbauvariante an den ersten Traktoren; diese musste aber bald mit einer direkt seitlich am Traktor angebauten Variante des Balkenmähwerks konkurrieren.
1963 erschien das erste Kreiselmähwerk auf den Markt, welches am Heck des Traktors mit der Dreipunkt-Hydraulik befestigt wurde, und durch die Kraftübertragung mit der Zapfwelle eine höhere Flächenleistung als ein Balkenmähwerk erreichte. Heute sind oft zwei Kreiselmähwerke gleichzeitig im Einsatz, eines vorne, eines hinten am Traktor.

In diesen auf YouTube gefundenen Videos werden historische Maschinen im Einsatz gezeigt:


(Quelle: Manuel Glaser)


(Quelle: sepp87651)

Das Zetten (Wenden):
Heu zu machen war immer ein Wettlauf mit dem Wetter – je schneller das Gras getrocknet ist, desto geringer das Risiko, dass es durch Regen wieder nass wird. Erste von Tieren gezogene Gabelheuwender gab es schon um 1900 und imitierten das händische Umwenden des Grases durch Gabeln. Diese Geräte dominierten bis ca. 1960 den Markt, bis schließlich der erste Kreiselzetter entwickelt wurde. Heute haben Kreiselzetter meist vier bis acht Zinkenträger, die durch die Zapfwelle am Traktor angetrieben werden. Wenige trockene Tage reichen aus.
Dieser Film aus 1942 zeigt, auf welche verschiedenen Arten früher Heu gemacht wurde, z.B. aufgehängt auf Holzgestellen:


(Quelle: Bauernfilme)

Einen Eindruck, wie das Mähen und Zetten heute vor sich geht, hat Landwirt Sebastian Bützler im Video festgehalten:

Das Schwaden:
Damit das Heu – oder für Silage das angewelkte Gras – mit einer Maschine von der Wiese transportiert werden kann, muss es auf ein Schwad zusammengerecht werden. Dies erledigen heute meist Kreiselschwader, mit einem oder mehreren horizontalen Kreiseln, die über die Zapfwelle oder die Hydraulik vom Traktor aus angetrieben werden. Soll aus dem Gras Heu werden, wird meist am Abend das trocknende Gras auf Schwad gelegt, damit der nachts entstehende Tau das Erntegut nicht zu sehr befeuchtet.

Heu wird mit dem Ladewagen oder einer Ballenpresse von der Wiese geborgen. Bei Grassilage kommt heute entweder der Ladewagen oder der Feldhäcksler mit Anhängergespann zum Einsatz. Der erste Ladewagen rollte 1960 über die Wiese und war eine große Arbeitserleichterung für die Heu- und Grasernte. Lange Zeit wurde das Heu von Hand auf Wägen geladen und dort gestapelt. Maschinelle Heulader waren selten, nur die Klein-Ballenpresse konnte sich etablieren. Doch die Verladung der Kleinballen auf Wägen auf dem Feld war schweißtreibend und gefährlich.

Welche Maschinen heute beim Silieren übers Grünland fahren, hat hier wieder Sebastian Bützler gefilmt:

Wie die einzelnen Arbeitsgänge der Grünlandernte in Zeitlupe aussehen, zeigt dieser Clip sehr anschaulich:

Jede neue Mechanisierungsstufe in der Grünlandbewirtschaftung war schließlich ein Segen für die in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen. Die schwere Handarbeit nahm immer mehr ab.

Rund 4,6 Millionen Hektar wurden in Deutschland im Jahr 2014 als Dauergrünland für die Rinderhaltung genutzt, das entspricht 28 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Weitere Informationen beim Statistischen Bundesamt hier.

Übrigens hat auch Otto-Normalverbraucher die Pflege seines Rasens mechanisiert. Kaum jemand schneidet ihn noch manuell, motorbetriebene Mäher sind Standard, aber auch Rasenroboter trimmen das Gras inzwischen vollautomatisch.

Rasenmähroboter (Werkbild Husqvarna)

Rasenmähroboter (Werkbild)

Ein Gedanke zu „Vom Mähen, Zetten und Schwaden

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