Archiv der Kategorie: Verbraucher

Imagevideos „Made by Bauern“

Immer mehr junge Agrarier zeigen auf YouTube, dass sie professionelle Videos machen können. Der von Unternehmen der Agrarbranche unterstützte Videowettbewerb „Clip my Farm“ möchte diese Talente fördern. Und nebenbei nicht nur das angekratzte Image der Landwirtschaft aufwerten, sondern auch zum Nachdenken anregen.

In der vierten Staffel des Video-Wettbewerbs wurden auf der Grünen Woche 2018 die Preisträger gekürt:

Der Hauptpreis, dotiert mit 10.000 €, geht an Patrick Kampmann und André Börstinghaus aus dem Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen. „Das Video ‚RISSE’ ist sehr außergewöhnlich. Es beschreibt die Spaltung zwischen Städtern und Landwirten an sich plötzlich auftuenden Rissen in der Erdoberfläche. Ein Clip, der einem kleinen Kinofilm gleicht und die Zuschauer zum Nachdenken anregt“, so das Urteil der Jury bei der Preisvergabe. Weiterlesen

Hört auf zu jammern! Angelt lieber!

Foto: Pixabay

Foto: Pixabay

Von Thies Schmoldt

Die jetzige Situation vieler Betriebe ist existenzgefährdend und mit früheren Branchenkrisen nicht vergleichbar. Das Problem ist allerdings, dass schon seit Jahrzehnten die Hauptkommunikation an die Gesellschaft war, dass es gerade sehr schlecht ist. Wie glaubhaft klingt es dann zu sagen: „Jetzt geht es uns aber tatsächlich richtig schlecht.“ Das stimmt zwar, aber das will keiner mehr hören.

Der Verbraucher muss das erfahren, aber er will es gar nicht wissen. Nur weil ein Kind Spinat essen muss, ändert das nichts daran, dass es aber keinen Spinat essen will. Und zu sagen, wie schlecht es einem geht, ist keine Öffentlichkeitsarbeit und kein Marketing. Würdet ihr bei einem Landhändler einkaufen, der dauernd bettelt: „Kaufe bitte große Mengen zu einem höheren Preis bei mir, weil es mir wirtschaftlich so schlecht geht?“ Da rechnet man doch eher mit der baldigen Insolvenz und schaut sich nach anderen um.
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„Superkühe“ – Fazit

Die Zeit der täglichen Berichte von den drei Höfen des WDR-Projekts „Superkühe“ geht zu Ende.

In nachfolgenden Videos ziehen die Beteiligten Landwirte Andreas Driller, Thomas Höck und Judith Siebers Bilanz:

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Superkuh-Betrieb 3: Oyvernest Milch in Kleve

Judith Siebers öffnet ihren Stall mit rund 800 Kühen. Foto: LZ Rheinland/Närmann-Bockholt

Am Online-Medienprojekt des WDR „Superkühe“ nehmen insgesamt drei Betriebe teil.

Mit rund 750 Kühen ist die Oyvernest Milch in Kleve der größte davon. Der Großbetrieb wird von Judith Siebers geleitet, die eigentlich keine großen Chancen für ihren Betrieb an der Teilnahme sieht – aber die große Herausforderung.

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Superkuh-Betrieb Nr. 2: Bauernhof Höck aus Lohmar

Foto: Höck

Der Bauernhof Höck in Lohmar bietet seit 2017 frische Weidemilch zum Selberzapfen an. (Foto: Höck)

Und weiter geht es mit der Vorstellung der Teilnehmer am Projekt Superkühe des WDR.

Auf dem Bauerhof Höck stehen 120 Kühe im Stall und auf der Weide und nochmals soviele Kälber und Färsen. Die eigene Homepage www.bauernhofhoeck.de und eine Facebook-Seite unterstützen nicht nur die Vermarktung der Milch über eine Milchtankstelle, sondern dort erzählen Bilder von der Arbeit Geschichten vom Betrieb. Wir stellten wieder unsere drei Fragen, Chefin Marlis Höck hat geantwortet: Weiterlesen

Landwirtschaft „aus dem Bauch“ heraus erleben: Die Superkühe kommen

Am 4. September startet http://superkuehe.wdr.de

Dokus über die Landwirtschaft und die Situation auf den Höfen gibt es im Fernsehen satt. Der WDR startet am 4. September ein neues journalistisches Format –  „Sensorjournalismus“ – um die Milcherzeugung aus einer völlig anderen Perspektive zu beleuchten. Aus dem Bauch von drei Kühen heraus werden drei Höfe dreißig Tage lang die Zuschauer online über ihren Zustand „berichten“, – und nebenbei Thema in vielen anderen WDR-Sendungen sein.

Die Superkühe haben eine Sonde, einen sogenannten „Bolus“ der Firma SmaxTec geschluckt, der vom Pansen aus Daten sammelt und diese an ein computergesteuertes Monitoringsystem funkt. Aus diesen Daten will Wissenschaftsjournalist Dr. Jakob Vicari Textbausteine formulieren, und die Kuh über einen Chatbot zu Wort kommen lassen. Mit Technik aus dem Internet-of-Things kann eine Kuh dann Textbotschaften über ihren physischen Zustand senden. Weiterlesen

Was Medien besser machen könnten

Rotes Quadrat. Malerischer Realismus einer Bäuerin in zwei Dimensionen, 1915. Kasimir Malewitsch

Ein öffentlicher Facebook-Post von Christina Annelies, der das Verhältnis der Medien zur Landwirtschaft – speziell Tierhaltung – beleuchtet, spricht einige interessante Punkte an. Die Autorin hat uns erlaubt, ihren Beitrag auch hier zu veröffentlichen:

Ich nehme unseren Medien ihre Berichterstattung über angebliche Missstände in der Nutztierhaltung übel. So sehr, dass mir mein Vertrauen abhanden kommt. Nicht nur in die landwirtschaftliche Berichterstattung, sondern grundsätzlich. Weiß ich, wie oberflächlich die Recherche war zu einem Thema, wie voreingenommen der Autor an die Arbeit gegangen ist und mehr Meinung hat einfließen lassen als überprüfte Fakten? Weiterlesen

Interview mit „Manni Muh“

„Manni Muh“ erschien auf Facebook als der Fuchs aus Walt Disneys Robin Hood

Er war der bunte Fuchs unter den auf Facebook aktiven Agrarbloggern, und seine Themen oder Aktionen fanden hohe Aufmerksamkeit im Netz wie in den Agrarmedien. Vor einigen Wochen schaltete er seine Facebook-Seite ab. Ich hatte da noch einige Fragen an ihn:

Wie bist du auf die Idee zu „Manni Muh“ gekommen? 

Manni: Eigentlich war es die mehr als schwierige finanzielle Situation zu dieser Zeit. Vor eineinhalb Jahren waren die Tendenzen am Milchmarkt sehr beängstigend.

Zudem wurde die Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit schlechter. Das Ganze befeuert, teils von NGOs oder einzelnen Politikern, bei denen es durchaus fragwürdige Kenntnisse über die Landwirtschaft gab.

Das Ganze dann als Manni Muh zu starten, war dann eher eine Schnapsidee, und ich war versucht, das ganze schon nach zwei Tagen wieder zu beenden. Hat bekanntlich ein wenig länger gedauert😉

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Jahresgedanken

Amos Venema

Amos Venema, Milcherzeuger aus Jemgum

von Amos Venema

Liebe Verbraucher, Politiker, Freunde und Familie, wir alle sehnen uns nach der ruhigen und beschaulichen Weihnachtszeit, wie wir sie aus unseren Kindheitserinnerungen kennen.
Trotzdem möchte ich die Zeit nutzen und mit Euch ein paar Gedanken teilen, die immer wieder zur Sprache kommen. Weiterlesen

„Mit dem Charme der Interpharm“

Friederike Kricks persönliche Eindrücke von der Veganfach 2016

Zwei Messetage, 4.000 Besucher und 137 Aussteller aus 15 Ländern – damit sind die üblichen Daten zu einer Messe zunächst einmal „abgefrühstückt“. Und natürlich waren alle voll des Lobes, schreibt der Veranstalter in seiner Abschlusspressemeldung zur ersten Veganfach 2016 in Köln.

Die Veganfach ist die kleine Schwester der Anuga – eine Messe der Verarbeiter und des Handels. Wer Frischeprodukte in Halle 3 sucht, kommt vergebens. Inhaltsschwere Powerriegel, angereichert mit Paleo Protein, Drinks mit Antioxidantien oder Snacks mit niedrig glykämischer und zahnfreundlicher Isomaltulose für den veganen Ausdauersportler werben um Aufmerksamkeit, der Früchteriegel am Nachbarstand kontert mit komplexen Ballaststoffen und mittelkettigen Triglyceriden. Algenpulver in Tüten, Soja-Mix- Rind aus der Tüte, Nutella-Ersatz aus Haselnuss-Paste und eingedickter Traube oder Vegan Pet Food, es ist wie in der Haribo-Werbung „für jeden was dabei“, kreativ aufgehübscht in ansprechender Verpackung und freundlich präsentiert. Für vegane Puristen gibt es nach wie vor das einfache Erbsenprotein aus der schmucklosen braunen Papiertüte.

Protein aus der Paleo-Bar.

Protein aus der Paleo-Bar. (Foto: Krick)

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