Archiv der Kategorie: Tierwohl

Landwirtschaft „aus dem Bauch“ heraus erleben: Die Superkühe kommen

Am 4. September startet http://superkuehe.wdr.de

Dokus über die Landwirtschaft und die Situation auf den Höfen gibt es im Fernsehen satt. Der WDR startet am 4. September ein neues journalistisches Format –  „Sensorjournalismus“ – um die Milcherzeugung aus einer völlig anderen Perspektive zu beleuchten. Aus dem Bauch von drei Kühen heraus werden drei Höfe dreißig Tage lang die Zuschauer online über ihren Zustand „berichten“, – und nebenbei Thema in vielen anderen WDR-Sendungen sein.

Die Superkühe haben eine Sonde, einen sogenannten „Bolus“ der Firma SmaxTec geschluckt, der vom Pansen aus Daten sammelt und diese an ein computergesteuertes Monitoringsystem funkt. Aus diesen Daten will Wissenschaftsjournalist Dr. Jakob Vicari Textbausteine formulieren, und die Kuh über einen Chatbot zu Wort kommen lassen. Mit Technik aus dem Internet-of-Things kann eine Kuh dann Textbotschaften über ihren physischen Zustand senden. Weiterlesen

„Die Turbo-Kuh ist ein Phantom“

Dr. Stefan Rensing ist Mitarbeiter der vit – Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V., Verden. Wir sprachen mit ihm über Zuchtziele der Milchviehhaltung.

In der öffentlichen Debatte steht die kurze Nutzungsdauer der Milchkühe in der Kritik. Ist das eine Frage des Managements, der Züchtung oder beides?

Dr. Stefan Rensing: Was ist denn eine kurze oder lange Nutzungsdauer? Und wer legt die Werte fest? Die tatsächliche Nutzungsdauer nimmt entgegen der öffentlichen Wahrnehmung zu. Das zeigen unsere statistischen Daten. Im Übrigen gibt es für Zuchtziele nur zwei Maßstäbe: ökonomische Vorgaben und gesetzliche Regelungen. Entscheidend für die Gewichtung im Zuchtziel ist das Verhältnis der Grenzgewinne bei züchterischer Verbesserung der verschiedenen Merkmale unter durchschnittlichen Betriebsbedingungen. Weiterlesen

Mensch und Kuh – eine gute Beziehung

Foto: DLG

Das DLG-Merkblatt 381 „Das Tier im Blick“ mit dem Fokus auf Milchkühe ist ein Leitfaden, mit dessen Hilfe und einer präzisen Tierbeobachtung Tierhalter herausfinden können, ob ihre Tiere mit den Gegebenheiten ihres Umfeldes zurechtkommen. Natürlich definiert sich eine tiergerechte Tierhaltung am Tier. Milchkühe brauchen weiche Liegeflächen, auf denen sie sich gerne ausruhen und entspannt wiederkäuen können. Sie brauchen nicht nur hochwertiges Futter, sondern auch Rationen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Bei all diesen stallbaulichen Faktoren und Aspekten der täglichen Routine bei der Versorgung sollten aber nicht die Tierhalter selbst vergessen werden. Schließlich kommt ihnen die Aufgabe des Beobachtens und Erkennens von Problemen zu.

Grundsätzlich lässt es sich nicht völlig vermeiden, dass Tiere krank werden oder Probleme haben. Finde ich zum Beispiel mehrere Kühe mit geschwollenen Gelenken oder Hautabschürfungen, gibt es vielleicht ein Problem mit der Ausgestaltung der Liegeflächen. Anderes Beispiel: frische Luft ist wichtig, bei Zugluft können Tiere aber erkranken. Joep Driessen, Tierarzt und Milchvieh-Berater (Cow Signals) aus Holland hat dazu für Milchkühe folgende Aufstellung gemacht: Weiterlesen

Tierwohl für Milchkühe

Landwirten ist die Gesundheit sowie das Wohlergehen ihrer Tiere wichtig. Sie selbst sowie die umliegende Fachwelt aus Agrarwissenschaftlern, Tierärzten und Unternehmen begründen das gerne etwas abstrakt mit ökonomischer Effizienz. Nur eine zufriedene Kuh gibt auch eine Menge Milch. In der Öffentlichkeit wird gerne darüber gestritten, ob jetzt konventionell gehaltene oder Bio-Kühe die glücklicheren Tiere sind. Es geht viel um große und kleine Ställe, um viele oder wenig Tiere sowie die Vor- und Nachteile einer Weide, während sich Fachleute gerne in der Frage verlieren, welche Liegeflächen die besten sind. Und natürlich geht es auch sehr viel um die Tiere selbst. So auch im Merkblatt „Das Tier im Blick – Milchkühe“.

Hier im Blog werden in der nächsten Zeit Artikel erscheinen, die verschiedene Aspekte dieses Merkblattes aufgreifen. Eine Übersicht der verlinkten Artikel wird es an dieser Stelle geben. Solltet Ihr noch Ideen haben, welche Themen in dieser Reihe unbedingt behandelt werden müssen, schreibt sie einfach in die Kommentare. Das gilt natürlich auch für Fragen.

Falls Ihr Euch das Merkblatt 381 schon mal ansehen wollt: „Das Tier im Blick – Milchkühe“

Bisher erschienen

Was Medien besser machen könnten

Rotes Quadrat. Malerischer Realismus einer Bäuerin in zwei Dimensionen, 1915. Kasimir Malewitsch

Ein öffentlicher Facebook-Post von Christina Annelies, der das Verhältnis der Medien zur Landwirtschaft – speziell Tierhaltung – beleuchtet, spricht einige interessante Punkte an. Die Autorin hat uns erlaubt, ihren Beitrag auch hier zu veröffentlichen:

Ich nehme unseren Medien ihre Berichterstattung über angebliche Missstände in der Nutztierhaltung übel. So sehr, dass mir mein Vertrauen abhanden kommt. Nicht nur in die landwirtschaftliche Berichterstattung, sondern grundsätzlich. Weiß ich, wie oberflächlich die Recherche war zu einem Thema, wie voreingenommen der Autor an die Arbeit gegangen ist und mehr Meinung hat einfließen lassen als überprüfte Fakten? Weiterlesen

Weide oder Stall? Was mag die Kuh lieber?

MyKuhTube-Landwirt Amos Venema zeigt auf seinem Betrieb in Ostfriesland, wo seine Kühe sich lieber aufhalten: Die Tiere verhalten sich nicht so eindeutig wie manche es glauben zu wissen, wo die Tiere besser hingehören.

Ein Plädoyer für eine weniger schwarz-weiße Sichtweise zum Thema Weidehaltung – auch wenn es im Beispiel schwarz-weiße Kühe sind:

Was heißt „Nachhaltige Landwirtschaft“?

Was bedeutet „Nachhaltige Landwirtschaft“, insbesondere in Deutschland? Vor über 200 Agrarjournalisten aus 36 Ländern zeigte eine Podiumsdiskussion im Rahmen des IFAJ-Kongresses Mitte Juli 2016, dass das Thema Nachhaltigkeit viele Facetten hat, darin waren sich die Podiumsteilnehmer einig.

Über die inhaltliche Ausgestaltung und praktische Umsetzung bleibt wegen fehlender gemeinsamer Zieldefinitionen und einer sehr kontroversen Beschreibung des Ist-Zustandes aber noch erheblicher Diskussionsbedarf, siehe folgendes Video.

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