Interview mit „Manni Muh“


„Manni Muh“ erschien auf Facebook als der Fuchs aus Walt Disneys Robin Hood

Er war der bunte Fuchs unter den auf Facebook aktiven Agrarbloggern, und seine Themen oder Aktionen fanden hohe Aufmerksamkeit im Netz wie in den Agrarmedien. Vor einigen Wochen schaltete er seine Facebook-Seite ab. Ich hatte da noch einige Fragen an ihn:

Wie bist du auf die Idee zu „Manni Muh“ gekommen? 

Manni: Eigentlich war es die mehr als schwierige finanzielle Situation zu dieser Zeit. Vor eineinhalb Jahren waren die Tendenzen am Milchmarkt sehr beängstigend.

Zudem wurde die Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit schlechter. Das Ganze befeuert, teils von NGOs oder einzelnen Politikern, bei denen es durchaus fragwürdige Kenntnisse über die Landwirtschaft gab.

Das Ganze dann als Manni Muh zu starten, war dann eher eine Schnapsidee, und ich war versucht, das ganze schon nach zwei Tagen wieder zu beenden. Hat bekanntlich ein wenig länger gedauert😉

Warum hattest du dir einen Künstlernamen zugelegt? Wie bist du dennoch authentisch geblieben?

Manni: Die Anonymität mit Manni Muh hat mir geholfen, frei schreiben zu können. Auch über Themen bzw. auch Gefühle und Sorgen, die ich im echten Leben niemals in so einer Bandbreite und in dieser Tiefe sooo öffentlich gemacht hätte.

Ich denke, genau dies war der Grund, warum ich authentisch wahrgenommen wurde. Ich hab einfach alles „runtergeschrieben“, was ich gefühlt und gedacht habe, ohne „Schönschreiben“

Welche Themen wurden in deiner Community am meisten diskutiert? 

Manni: Zu Anfang waren meine Posts sehr am Milchmarkt und dessen Marktpolitik orientiert. Es gab heiße Diskussionen von den zwei bekannten Lagern (BDM und DBV).

Dies war eher ernüchternd, da diese Diskussionen immer ausuferten und ohne Lösung oder Kompromisse endeten. Daraufhin habe ich den Themenbereich erweitert und eigentlich alles rund um die Landwirtschaft aufgegriffen…

Zu guter Schluss war die Community auf 4.500 angewachsen und der beste Beitrag (ein Bild) erreichte 40.000 Menschen.

Die Aktion #GebtderLandwirtschafteinGesicht schaffte es in die Medien

Was denkst du, hat dein Projekt „Manni Muh“ in der Öffentlichkeit erreicht? 

Manni: Ob es was erreicht hat, kann ich nicht beurteilen. Grundsätzlich denke ich, haben wir Landwirte allerdings die große Chance so einiges zu erklären, richtig zu stellen und unsere Sicht der Dinge aufzuzeigen. Und das auf direktem Wege über Facebook, Twitter und Co.

Zudem gibt es eine schweigende Mehrheit (auch unter Politikern), die mitlesen und über die Landwirtschaft viel erfahren.

Fazit: Es war interessant lehrreich, aber auch anstrengend.

Warum hast du aufgehört?

Manni: Es wurde zu viel!! Täglich einen Beitrag plus kommentieren, das ist ein Pensum, das ich mir, meiner Frau und den zwei Kindern nicht länger zumuten wollte.

Manni Muh musste dafür weichen!! – Auf drastische und unwiderrufliche Art und Weise.
Und dabei geht es mir und meiner Familie richtig gut mit. Zeit für die Kinder zu haben ist mehr wert als Facebook…

Also alles gut so wie es ist!😊

Wie hat das „Team“ reagiert als Du deine Entscheidung aufzuhören bekannt gemacht hast?

Manni: Die Idee hinter dem Team war, dass das Team die Seite „beschickt“ und ich meinen Account weiter betreibe wie bisher, allerdings dann an einigen Tagen nur den Beitrag der Seite teile um Entlastung zu bekommen… Das hat allerdings nicht weniger Arbeit gemacht. Da mache ich dem Team aber überhaupt keinen Vorwurf!!

Und an dieser Stelle möchte ich mich nochmal entschuldigen, dass ich das Team so abrupt vor vollendete Tatsachen gestellt habe…

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