Dialog satt am Valentinstag


Ein „Bauer Willi“ macht Furore. Erst beschimpft er auf einer Internetseite „Frag-den-Landwirt“ mit einem einen offenen Brief die Verbraucher, dann entschuldigt er sich wieder und nun ruft er am kommenden Samstag dazu auf, dass die Leute mal wieder zum nächsten Hofladen fahren sollen:

„Dort kauft ihr das ein, was ihr für die Woche braucht. Und, ganz wichtig: ihr fragt dem Bauern ein Loch in den Bauch. Was er macht, wie er es macht und wie er sein Image in der Öffentlichkeit einschätzt. Es spielt keine Rolle, ob das ein Biohof oder ein konventioneller Betrieb ist. Hauptsache Bauer.“

Wie bisher noch niemand hat „Bauer Willi“ es geschafft, den Widerspruch zwischen medial formulierten Verbraucheranspruch und realem Verbraucherhandeln aufzuzeigen.

Und nun kommt die Nagelprobe. Werden die Direktvermarkter an diesem Tag überrannt? Bleiben die Parkplätze bei Supermarkt und Discounter leer? Viele Menschen haben über Internet und Radio inzwischen von „Bauer Willi“ gelesen oder gehört, und könnten ihren Worten Taten folgen lassen.

„Bauer Willi“ hat inzwischen mit der Aktion die Sympathien vieler Redaktionen gewonnen, u.a. bei DRadio Wissen. Hier gibt es einen Podcast der Sendung vom 12. Februar. Netzlandwirt Alois Wohlfahrt, der die Blogseite http://www.bauerwilli.com betreut, spricht sogar von einem „Bauer Willi-Effekt„: „Das Ziel ist nicht die Selbstdarstellung sondern andere Menschen zu berühren.“ 

Hoffen wir also, dass der gewünschte Dialog auf den Betrieben morgen massenhaft stattfindet. Es gibt so viel zu erklären zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft.

Falls Sie sich fragen „Wer ist „Bauer Willi?“ Er hat lange versucht, völlig anonym zu bleiben, nun aber steht sein Konterfei auf einer eigens für ihn eingerichteten Internetseite, in der er seine Herkunft erklärt.

[Nachtrag vom 16. Februar 2015:]

Bauer Willi schreibt am Abend des 14. Februars auf seiner Seite Wir haben viele Medien und Verbände und natürlich auch die Bauern aufgerufen am heutigen Valentinstag mal extra nen Umweg zu machen um mit Erzeugern, Verarbeitern und Händlern direkt in Kontakt zu kommen.“  – Leider sieht man bislang kaum Reaktionen oder gar Postings mit Selfies zu seiner Aktion.

Am 15. Februar ist seine Stimmung noch geknickter: „Fazit: der Test, ob die hunderte von Schreibern auch zum Handeln zu bewegen sind, war erfolgreich. Sie sind es nicht. Zwischen reden und handeln klafft eine riesige Kluft.

(Rainer Winter)

2 Gedanken zu „Dialog satt am Valentinstag

  1. Pingback: [Agrar-Blogger] Dialog satt am Valentinstag | netzlesen.de

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