Getreide-Ernte vor Einhundert Jahren und Heute – Wer möchte wieder hart auf den Feldern arbeiten?


Schwer war die Ernte, als es noch keine großen Maschinen gab. Was heute ein riesiger Mähdrescher in wenigen Minuten erledigt, dauerte vor einhundert Jahren mehrere Tage und musste von vielen Händen erledigt werden.

Früher:

Mähen mit der Sense

Mähen mit der Sense

Getreidebündel machen

Getreidebündel machen

Stroh bündeln

Stroh bündeln

Dreschen mit Dreschflegel

Dreschen mit Dreschflegel Foto: Schleeh

Haken Zylinder zum Dreschen

Haken Zylinder zum Dreschen Foto: Schleeh

Mit den ersten Traktoren wurde es dann schon einfacher. Aber trotz maschineller Unterstützung waren noch sehr viele Hände notwendig und es floss sehr viel Schweiß bis ein Sack Getreide in der Scheune stand. Mähen und Dreschen waren auch dann noch getrennte Arbeitsvorgänge.

Bindemäher hinter einem Lanz

Bindemäher hinter einem Lanz Foto: Schleeh

Der Bindemäher erledigte wenigstens das Schneiden und Bündeln der Garben in einem Arbeitsschritt. Die Garben mussten dann noch zum Trocknen aufgestellt und dananch abtransportiert werden.

Aufstellen der Garben zum Trocknen

Aufstellen der Garben zum Trocknen Foto: Schleeh

Mühsam wurden dann die Strohbündel mit einem Dreschwagen am Hof gedroschen.

Hummel Dreschwagen an einem Fendt mit Riemenantrieb

Hummel Dreschwagen an einem Fendt mit Riemenantrieb Foto: Schleeh

Bestückung des Dreschwagens mit den Getreidebündeln

Bestückung des Dreschwagens mit den Getreidebündeln Foto: Schleeh

Spelzen werden ausgeblasen und das schwere Korn landet in den weißen Säcken

Spelzen werden ausgeblasen und das schwere Korn landet in den weißen Säcken Foto: Schleeh

Ein Tagwerk entspricht in etwa einer Fläche von 2.500 bis 3.600 Quadratmetern und der Name war früher Programm. Denn um diese Fläche zu bearbeiten brauchte ein Mann einen Tag. Für einen modernen Mähdrescher ist das in wenigen Minuten erledigt. Bei einer Flächenleistung von 60 Tonnen pro Stunde kann sich jeder selbst ausrechnen auf welch niedrige Zeit ein Tagwerk heute bei einem Ertrag von etwa sieben Tonnen pro Hektar gesunken ist.

Heute:

Moderner Claas Lexion 600 Terra Trac bei der Ernte

Moderner Claas Lexion 600 Terra Trac bei der Ernte Foto: Schleeh

Moderner Claas Lexion 600 Terra Trac Korntank überladen

Moderner Claas Lexion 600 Terra Trac Korntank abpumpen Foto: Schleeh

Man fragt sich warum sich heute so viele Menschen nach der guten alten Zeit zurück sehnen. Die Bewegung an der frischen Luft und die harte schweiß treibende Arbeit in der Landwirtschaft würden viele der Stadtbewohner nicht lange durch stehen und schnell wieder satt haben. Selbst heute ist die Arbeit eines Landwirtes noch sehr viel stärker von körperlicher Arbeit bestimmt, als bei den meisten Berufen. Denn trotz Maschinen gibt es noch genug Arbeit, die man noch von Hand machen muss.

Alte und neue Technik anno dazumals auf dem Bauernhof Landwirtschaft © Hannes Schleeh

Alte und neue Technik anno dazumal auf dem Bauernhof Landwirtschaft © Hannes Schleeh

Also danken Sie Ihren Landwirten für die effiziente Arbeit, denn so wird auch Ihre Ernährung täglich gesichert. Ohne die heutige effiziente Technik könnte man das Verhältnis 1 zu 140 nicht aufrecht erhalten. Denn eine Vollzeitkraft in unsere Landwirtschaft ernährt 140 Mitmenschen, Tendenz steigend.

Batzenhof 1925 anno dazumals auf dem Bauernhof Landwirtschaft © Hannes Schleeh

Batzenhof 1925 anno dazumals auf dem Bauernhof Landwirtschaft © Hannes Schleeh

3 Gedanken zu „Getreide-Ernte vor Einhundert Jahren und Heute – Wer möchte wieder hart auf den Feldern arbeiten?

  1. Pingback: [Agrar-Blogger] Getreide-Ernte vor Einhundert Jahren und Heute – Wer möchte wieder hart auf den Feldern arbeiten? | netzlesen.de

  2. Friederike

    Die gute, alte Zeit – was das insgesamt für eine Plackerei war (und wie wenig Ahnung auch ich als Städterin davon hatte, wurde mir vor einiger Zeit beim Besuch eines Freilandmuseums klar:
    http://landlebenblog.org/2014/04/01/die-gute-alte-zeit/
    Aber irgendwie hält sich die Verklärung, und dann ist von der „Langsamkeit“ die Rede, von der „Nachhaltigkeit“, der gesunden „Anspruchslosigkeit“ der Menschen. Es gab mal (wenn ich das richtig erinnere) eine Sendereihe im Fernsehen, wo Kandidaten das Leben auf einem Bauernhof vor 100 Jahren nach-leben sollten. Die kamen mit den tollsten romantischen Vorstellungen – und waren am Ende geheilt.

    Antwort
  3. Pingback: Getreideernte gestern und heute | Die Agrar-Blogger

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