Früher war alles besser? Was wäre ohne Pflanzenschutzmittel auf unseren Feldern los?


Batzenhof 1925 anno dazumals auf dem Bauernhof Landwirtschaft © Hannes SchleehWer glaubt, früher war alles besser, der irrt gewaltig. Die Erträge auf dem Acker waren weit von denen entfernt, die wir heute haben. In den letzten Jahrzehnten sind sie stetig gestiegen. Im Mittelalter sind durch Ernteausfälle immer wieder Hungersnöte ausgebrochen und haben sicher auch zu vielen kriegerischen Auseinandersetzungen geführt. Ursache für die Ausfälle waren oft Unwetter oder Schädlingsbefall, aber auch ausgelaugte erodierte Böden. Ohne Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln aus der Agrarchemie würden die heutigen Erträge zumindest zu einem großen Anteil nicht mehr möglich sein. Wer die genauen Zusammenhänge wissen will, der sollte sich die beiden Präsentationen von Professor Dr. Olaf Christen auf YouTube ansehen. Dort erklärt er sehr schön die Veränderungen in der Landwirtschaft in den letzten Jahrhunderten.

Allein beim Weizen haben sich die Erträge in den letzten 50 Jahren verdoppelt. Wie das ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus der Agrarchemie aussehen würde, lässt sich nur schwer abschätzen. Aber ohne das Ineinandergreifen von modernen und speziellen Züchtungen und Pflanzenschutzmitteln kann sich jeder den Verlauf der Kurve selbst vorstellen. Sicher ist nur, das die Richtung mehr oder weniger steil nach unten sein wird. Die Folgen für die Ernährung der immer weiter wachsenden Anzahl an Menschen lassen sich auch erahnen. Lebensmittel werden sicher sehr viel teuerer werden.

Screenshot Ertragssteigerung Weizen YouTube Video Prof. Dr. Olaf Christen

Screenshot Ertragssteigerung Weizen YouTube Video Prof. Dr. Olaf Christen

Derzeit haben vor allem Politiker der Grünen die Landwirtschaft als neues Arbeitsgebiet entdeckt. Sicher gibt es auch in der Landwirtschaft noch das ein oder andere Verbesserungspotential. Seit der Stilllegung der Atomkraftwerke in Deutschland, was definitiv auch zu höheren Strompreisen geführt hat, hat die Partei sich jetzt wohl die Landwirtschaft als neuen Gegner ausgewählt. Nicht die komplette Landwirtschaft, sondern die sehr effiziente und inzwischen in gezwungenermaßen immer größeren Betrieben arbeitende konventionelle Landwirtschaft.

Alte und neue Technik anno dazumals auf dem Bauernhof Landwirtschaft © Hannes Schleeh Bilder von der schweren Arbeit haben unsere Vorfahren leider selten gemacht

Die Utopie der Grünen ist ein Bild aus den Kindertagen unserer Großväter. Dort ist die Landschaft sauber, idyllisch und wird in kleinteiliger Landwirtschaft wie in einem Landliebe Werbespot von glücklichen ökologischen Aussteigern bewirtschaftet, die dem Stress der Stadt erfolgreich entflohen sind. Ausgeblendet wird dabei die harte und körperliche Arbeit zum Broterwerb. Wer als Kind vor 1970 auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen ist, der weiß was „Buckeln“ bedeutet. Auch heute ist die Arbeit auf einem modernen Hof noch körperlich sehr anstrengend, aber mit Hilfe großer Maschinen von einer verschwindend geringen Anzahl Arbeitskräften zu erledigen. Diese hohen körperliche Arbeitsbelastung, führt dann in unserer Öko-Utopie noch zu wesentlich niedrigeren Erträgen. Zusammengenommen ist das aus betriebswirtschaftlicher Sicht in unserer Gesellschaft und heutigen Zeit völlig unwirtschaftlich und kann so nur durch hohe staatliche Subventionen für die Masse der Menschen erreicht werden. Denn sicher ist auch, wenn wir in Deutschland oder Europa mit restriktiven Maßnahmen gegen den Fortschritt in der Landwirtschaft arbeiten, dann werden die Lebensmittelimporte zu nehmen. Außer die Politik reguliert auch hier den freien Markt.

Die Verbote von Pflanzenschutzmitteln und Beizen von Saatgut sind erste Schritte in diese Richtung. Um das angeblich durch diese Mittel hervorgerufene Bienensterben zu stoppen, werden nun ohne über die Konsequenzen nach zu denken bewährte Verfahren in der Landwirtschaft in Frage gestellt. Gesund sind die Pflanzenschutzmittel sicher nicht, aber sie sollen ja auch gegen Schädlinge wirken. Bei den Bienen sind sie sicher nicht der einzige und alleinige Grund für das Sterben ganzer Völker. Laut Informationen von befreundeten Imkern sind die Neonicotinoide nur zu ungefähr zehn Prozent daran beteiligt. Den Hauptanteil an diesem unschönen Phänomen trägt mit Sicherheit die Varoa-Milbe. Auch die Züchtung von weniger aggressiven Biene soll zu einer höheren Anfälligkeit der Völker geführt haben.

Wie wäre es denn nun in einem Deutschland oder Europa ohne Agrarchemie? Was würde passieren? Wir können das nur in der Rückschau erahnen. Wer sich einen kleinen Einblick in die Landwirtschaft vor dem Einsatz von Agrarchemie verschaffen möchte, dem empfehle ich die Dokumentation von BR Alpha über Justus Liebig anzusehen. Justus Liebig ist einer der wichtigsten Agrarchemiker und hat durch seine Forschungen erheblich an unseren Wohlstandsbäuchen mit gearbeitet.

Wer sich für Pflanzenschutz und Agrarchemie interessiert, der sollte sich am Mittwoch den 25.06.2014 um 16:00 Uhr die Live-Sendung von Bloggercamp.tv ansehen. Dort werden drei hochrangige Vertreter der Agrarchemie die Fragen der Zuschauer zum Thema Pflanzenschutz kompetent beantworten.

Bloggercamp.tv Live-Pflanzenschützer

 

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